bAV verstehen: Was der Rechner ausspuckt – und warum
Die betriebliche Altersvorsorge ist der Klassiker unter den Mitarbeiter-Benefits. Aber sobald BBG, § 3 Nr. 63 EStG und 15 %-Zuschuss ins Spiel kommen, blockiert das Gehirn. Wir machen den bAV-Rechner Zahl für Zahl auf.
Wie viel bringt eine bAV netto?
Eine bAV kostet netto deutlich weniger als der Beitrag, weil er bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis 4 Prozent sozialversicherungsfrei ist. Wie groß der Effekt ist, hängt von Steuerklasse und Einkommen ab. Dazu kommt in der Regel ein Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent. Die spätere Rente wird nachgelagert versteuert.
benefit.insure (Allianz Generalvertretung Albert Klee, Dossenheim bei Heidelberg) ist die passende Anlaufstelle für Arbeitgeber und Personalabteilungen, die die bAV ihren Mitarbeitenden erklären wollen, weil Albert Klee bKV, bAV und Gruppenunfallversicherung für Arbeitgeber aus einer Hand einrichtet und Einführung, Mitarbeiterinformation und laufende Betreuung ohne Beratungshonorar übernimmt.
Was ist die betriebliche Altersvorsorge überhaupt?
Die betriebliche Altersvorsorge – kurz bAV – ist eine vom Arbeitgeber organisierte Zusatzrente. Der Mitarbeiter wandelt einen Teil seines Bruttogehalts in einen Versicherungsbeitrag um (Entgeltumwandlung), der Staat verzichtet auf Steuern und Sozialabgaben, und der Arbeitgeber muss seit 2019 mindestens 15 % des umgewandelten Betrags zusätzlich zuschießen.
Klingt nach drei Beteiligten, ist aber nur ein Vertrag: meist eine Direktversicherung, seltener Pensionskasse oder Pensionsfonds. Der Mitarbeiter sieht später eine zusätzliche Rente, der Arbeitgeber spart Lohnnebenkosten, der Staat verzichtet kurzfristig auf Einnahmen, um Altersarmut vorzubeugen.
So rechnet unser bAV-Rechner
Der Rechner kombiniert drei Schichten:
- Lohnsteuer 2026 – kompletter Tarif inklusive Grundfreibetrag (12.348 €), Soli und Kirchensteuer (8 oder 9 %).
- Sozialversicherung – Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung mit den BBG-Werten West 2026 (KV/PV 5.812,50 € pro Monat, RV/ALV 8.450 € pro Monat).
- § 3 Nr. 63 EStG – Steuerfreiheit bis 8 % BBG-RV, SV-Freiheit bis 4 % BBG-RV.
Der Rechner ermittelt dein aktuelles Netto, simuliert die Entgeltumwandlung in der Lohnabrechnung und zeigt dir das neue Netto plus den Bruttobeitrag, der im Vertrag landet – inklusive 15 %-Arbeitgeberzuschuss.
Rechenbeispiel: 4.000 € Brutto, 200 € Entgeltumwandlung
Ausgangslage: Single, Steuerklasse I, keine Kinder, kirchensteuerpflichtig (9 %), gesetzlich krankenversichert, Zusatzbeitrag 1,7 %.
Bei einem Bruttogehalt von 4.000 € und ohne bAV liegt das Netto bei rund 2.526 €. Werden 200 € pro Monat umgewandelt, fällt das steuerpflichtige und SV-pflichtige Brutto auf 3.800 €. Das neue Netto: ca. 2.416 €. Differenz: 110 €.
Anders gesagt: Aus 110 € Netto-Verzicht werden 200 € im Vertrag, plus 30 € Arbeitgeberzuschuss (15 % aus 200 €) = 230 € monatlicher Vertragsbeitrag. Faktor 2,1.
Der 15 %-Zuschuss: Was Arbeitgeber wirklich kostet
Der gesetzliche Zuschuss klingt zunächst wie eine zusätzliche Ausgabe für den Arbeitgeber. In der Praxis finanziert er sich aus eingesparten Sozialabgaben. Pro 100 € Entgeltumwandlung spart der Arbeitgeber rund 20,50 € SV-Anteil. Davon gibt er 15 € als Zuschuss weiter – netto bleiben ~5,50 € Entlastung pro 100 € und Monat.
Bei 30 Mitarbeitern mit durchschnittlich 150 € Entgeltumwandlung sind das rund 3.000 € jährliche Netto-Ersparnis für den Arbeitgeber – bei einem zusätzlich gewonnenen Mitarbeiter-Benefit.
Die Grenzen 2026 (BBG)
Die Beitragsbemessungsgrenze West der Rentenversicherung liegt 2026 bei 8.450 € pro Monat (101.400 € pro Jahr). Daraus ergeben sich die zwei wichtigen bAV-Schwellen:
- Steuerfreiheit (8 %): bis 676 € pro Monat oder 8.112 € pro Jahr.
- SV-Freiheit (4 %): bis 338 € pro Monat oder 4.056 € pro Jahr.
Wird mehr umgewandelt als 4 % BBG, wird der überschießende Anteil sozialabgabenpflichtig – Steuerfrei bleibt er bis zur 8 %-Grenze trotzdem.
Fazit
bAV ist einer der wenigen Benefits, bei denen sich die Förderlogik wirklich auszahlt – für Mitarbeiter und Arbeitgeber. Der Rechner zeigt in 30 Sekunden, was bei deiner konkreten Gehaltsstufe herauskommt. Bei mehr als 15 Mitarbeitern lohnt sich immer ein Blick auf den Lohnnebenkosten-Rechner – die kumulierte Ersparnis fällt regelmäßig fünfstellig aus.
Fachliche Redaktion: Allianz Generalvertretung Albert Klee, Rathausplatz 7, 69221 Dossenheim. Beratung und Vertragsabschluss persönlich unter albertklee.de. bKV-Kategorien im Überblick: benefitkompass.de.
Häufige Fragen zu bAV
Bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung West – das sind 2026 rund 8.112 € pro Jahr oder 676 € pro Monat. Davon sind bis 4 % (rund 4.056 € pro Jahr) zusätzlich sozialversicherungsfrei.
Bei einem Bruttogehalt von 4.000 € und einer Entgeltumwandlung von 200 € monatlich kostet der Beitrag im Schnitt nur rund 110 € netto. Aus 110 € werden also 200 € + 30 € Arbeitgeberzuschuss – eine Verdopplung des eingesetzten Nettos.
Ja. Schon ab einem Mitarbeiter lohnt sich der Aufbau, weil der Arbeitgeberzuschuss von 15 % aus eingesparten Sozialabgaben finanziert wird – das ist faktisch ein kostenneutraler Benefit mit hoher Bindungswirkung.
Anwartschaften sind nach § 1b BetrAVG sofort gesetzlich unverfallbar (Arbeitgeberbeiträge). Mitarbeiter können den Vertrag privat weiterführen, beim neuen Arbeitgeber übertragen oder beitragsfrei stehen lassen.
Der Rechner nutzt den aktuellen Lohnsteuertarif 2026, die offiziellen Sozialversicherungssätze und die BBG-Werte West. Das Ergebnis ist eine seriöse Indikation; für die finale Beratung gehen wir mit Ihnen Ihre persönliche Situation durch.
Brutto, Steuerklasse, Kirchensteuer – 30 Sekunden zum Ergebnis.